Wir sind REGIESTENT!

Der bis an die Zähne bewaffnete Cowboy blinzelt in die Sonne. Da erblickt er seinen Rivalen. Er tritt ihm entgegen. Ihre Blicke treffen sich. Langsam wandert seine Hand an den Revolver. – KLATSCH – Der Flug nach Berlin wurde storniert. Bei den Reisenden liegen die Nerven blank. – KLATSCH – Der Maler verzweifelt an seinem Modell. Ausdruck, er vermisst den Ausdruck!

Klingt chaotisch und steht so bestimmt in keinem Textbuch? Richtig, aber genauso wollen wir das doch!

Denn wir sind REGIESTENT. Wieso? Ganz einfach: Weil beim Impro nicht die Regie den Verlauf einer Handlung bestimmt, sondern allein der Moment. Was uns jetzt durch den Kopf geht, wird gleich schon gespielt. So kommen Szenen zu Stande, die manchmal traurig, oft lustig und garantiert immer eines sind: Spontan. Bei uns kommt es nicht auf Planung, sondern auf Spontanität an. Die Idee dahinter: Klassisches Theater ist stets eine gut choreographierte Inszenierung. Was dem Zuschauer präsentiert wird, haben die Darsteller bereits dutzende Male durchgespielt, verfeinert und verändert.

Improvisationstheater wagt den Bruch: Wenn die Vorgabe an die Darsteller kein Textbuch, sondern bloß eine Emotion oder Geste ist, entstehen die Szenen, die sich in der Folge zeigen, erst im Moment der Aufführung. Niemand weiß, wie sich das Gespräch zwischen dem Ängstlichen und dem Neurotiker entwickeln wird – nicht einmal der Ängstliche und der Neurotiker selbst. Diese Unplanbarkeit kann abschreckend wirken, denn wer möchte schon gern ohne Konzept vor ein Publikum treten? Sie kann allerdings auch Sprungbrett zu etwas Faszinierendem sein: Zu echter Unmittelbarkeit – und häufig zu einer wahnwitzigen Situationskomik.